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August 2010

 

Berufsausbildung für die Wirtschaft, Erfahrungen und Kooperationen

 

Das war das Thema von zwei Konferenzen, die am 29.06.2010 in Hanoi und am 01.07.2010 in Ho-Chi-Minh-Stadt von VVTA und GENEV organisiert wurden. Das gehört auch zu den Tätigkeiten von GENEV und VVTA im Bereich der Berufsausbildung in Vietnam. An den Konferenzen nahmen viele Unternehmen und Berufsausbilder im Norden und Süden Vietnams  teil.

 

Kooperationen für die Wirtschaft

 

Frau Eva Bernecker (Projektleitung von GENEV, gpdm) informierte, dass GENEV im Rahmen der Zusammensarbeit mit den Partnern in Vietnam ein deutsch-vietnamesisches Berufsausbildungsprogramm entwickeln wird. Mit diesem Ausbildungsprogramm können die Auszubildenden nach dem Abschluss eine deutsche oder internationale Zertifikat erhalten. Vorteile von dem Programm für Kursteilnehmer sind: gute Berufsaussicht, gute Kombination von Theorie und Praxis in den Kursen, Förderung der eigenen Fähigkeit, anerkannte Zertifikat, gutes Einkommen und hohes Ansehen in der Gesellschaft. Und für die Wirtschaft: gut ausgebildete Facharbeitskräfte, Aus- und Weiterausbildung für die Arbeitnehmer und Angestellten nach Bedarf des Unternehmens; Zeit und Geldsparen bei der Einstellung und Ausbildung neuer Arbeiter, wenn sie Absolventen der Kurse im Kooperationsprogramm von GENEV und vietnamesischen Partnern sind.

 

Kooperationsprogramme zwischen GENEV und vietnamesischen Partnern:

 

  • Bussinessplan für ein Bildungsprojekt
  • Beratung bei dem Bau und Anschaffung der Praxiswerkstätten
  • Marketing für die Kurse
  • Entwicklung der Curricula und Unterstützung bei der Durchführung zur Anpassung der Rahmenbedingungen in Vietnam
  • Unterstützung bei der Lehrerausbildung im Rahmen des Lehrerausbildungsprogramms
  • Vergabe der vietnamesisch – deutschen Zertifikate, der deutschen Zertifikate oder der internationalen Zertifikate
  • Berufsausbildung auf  Bachelor-Niveau

 

Erfahrungen der Berufsschulen und Berufscolleges

 

Herr Nguyễn Việt Hà, Vorsitzender, Generaldirektor der GmbH Mai Động, Hà Nội informierte: Es ist eine Tatsache, dass die Berufscolleges keine richtige Forschung über die Ausbildungserfahrungen hatten, damit sie die Azubis besser ausbilden können. Außerdem verstehen die Azubi die Berufsausbildung noch nicht richtig. Sie wählen einen Beruf nicht aus Grund ihrer Fähigkeit und ihrer Charakter, sondern ihrendeinen Beruf, den sie gut finden. Vor der Berufsauswahl fragen sie sich nicht, was sie in der Zukunft mit dem Beruf machen, für wen sie arbeiten und wie sie in der Zukunft arbeiten.

 

Laut Herrn Ha werden diese Leute in der Zukunft sehr oft ihre Arbeit kündigen, die Arbeitsstellen wechseln und wenig Leistungen erzielen. Deshalb sind die Motivation und Fähigkeit der Azubi sehr wichtig bei der Berufsauswahl. Außerdem verfügen die Berufscolleges über eine sehr schlechte Ausstattung, die Lehrkräfte sind nicht gut ausgebildet, besonders in den Berufsschulen der Provinzen oder in den Berufszentren in den Kreisen. Die Lehrprogramme sind altmodisch, die Schulen haben keine einheitlichen Lehrinhalte, Lehrprogramme und Lehrmethoden und sie passen nicht zu den modernen Technologien und der Praxis in der zukunftigen Beruf. Die Schulen legen nicht viel Wert auf den Lebensraum und pädagogische Atmosphäre. Aus diesen Gründen interessieren sich viele Azubi nicht für den erlernten Beruf und investieren nicht viel Zeit für die Berufsausbildung. Die Berufsschulen können deshalb sehr schwer eine Berufskultur für die Azubi schaffen.

 

Andere Gründe liegen bei der Einstellung der Arbeiter oder Angestellten, heutzutage herrscht in 90% der Unternehmen ein Mangel an den ausgebildeten Arbeitskräften, sie werden aber lieber nicht oder wenig ausgebildete Arbeiter einstellen, damit die Unternehmen wenig Lohn bezahlen müssen. Sie schicken die Arbeiter nicht zur Weiterbildung oder bezahlen kein Urlaubsgeld oder keine Belohnung. Es ist auch eine Tatsache, dass die Unternehmen viele Arbeiter einstellen, aber viele Arbeiter kündigen oft. Nach der Statistik kündigen die Arbeit oder wechseln die Arbeitstelle jährlich 8000 bis 10000 Arbeiter im Bereich der Industrie, der Textilindustrie oder des Bauwesens. Herr Ha hat “einen Schlüssel” als Lösung empfohlen, dass man ein Netzwerk von den Berufsauszubildenden, Berufsausbildern und Unternehmen bilden sollte.

 

Herr Tran Van Dong, Direkor der Berufscollege der Mechanik und Elektrotechnik Hanoi, hat auch seine eigenen Erfahrungen “Die Berufsschulen sollen Kontakte mit den Unternehmen verknüpfen, damit sie den Lehrinhalt und das Lehrprogramm nach Bedarf des Unternehmens entwickeln können. Außerdem sind die guten Lehrer aus Unternehmen sehr wichtig! ” Herr Dong berichtete, dass seine Schule seit langem viel Erfolg mit diesem Modell erzielt hat. Die Schule hat zur Zeit 9 dreijährige ausgebildete Berufe und 13 zweijährige ausgebildete Berufe mit 7000 Azubi für einen Jahrgang und gute Kontakte mit 50 Unternehmen. 90% der Absolventen finden nach dem Abschluss eine Arbeitsstelle. “Wir haben gerade für Canon 300 Arbeiter, die wir nach den Voraussetzungen von Canon ausgebildet haben”. Herr Dong ergänzt außerdem: “Canon unterstützte uns die Ausbildungkosten, 400.000 VND/Azubi, das ist nicht viel aber die anderen Unternehmen, besonders die staatlichen Unternehmen, haben uns gar nicht finanziell unterstützt!”.

 

Über die Zusammenarbeit mit GENEV hat Herr Dong mit Frau Eva Bernecker gesprochen, dass er für seine Schule 15 – 20 Lehrer mit zwei Forderungen weiterbilden will. Erstens, die Lehrer können nach der Weiterbildung die Qualität der Berufsausbildung bewerten. Zweitens, die Lehrer können nach der Weiterbildung 70% der Praxisunterricht übernehmen”. Er interessierte sich auch dafür: “Wie viel kostet ein Projekt in der Zusammenarbeit mit einem GENEV-Partner? Wie viel davon investiert der deutsche Partner, wie viel von der vietnamesischen Partner und wie viel bezahlen die Kursteilnehmer?”. Herr Dong fragte und erzählte auch, dass seine Schule die Zusammenarbeit mit Thailand und Singapur im Bereich der Kfz – Technologie und der industriellen Elektrik, jede Gruppe bestand aus 30 Kursteilnehmern und war sehr erfolgreich und effektiv.

 

Die meisten der Konferenzteilnehmer waren einig, dass die guten Kontakte mit den Unternehmen der richtige Weg zum Erfolg der Berufschulen sind.  Frau Nguyen Thi Hang, Vorsitzende der VVTA, ehemalige Ministerin des Molisa betonte: Um die Qualität der Berufsausbildung zu verbessern, sollte man die Unternehmen als Ziel, als Entwicklungsmotivation der Berufsschulen und Bildungseinrichtungen betrachen. Berufsausbildung ist jetzt ein Dienstleistungsektor in der Gesellschaft, wo die Kunden der Staat, Azubi und Unternehmen sind. Die strategische Lösung dafür: Bildung eines Informationssystems über den Arbeitsmarkt, ein landesweite Standardsystem für die Berufsfähigkeit und Berufsfertigkeit, die Verordnung der Vernetzung von den Berufsschulen und Unternehmen, ein Netzwerk der Berufsausbildung nach Bedarf der Unternehmen, Lehrinhalte nach Bedarf der Unternehmen, Gründung der Verbände im Bereich der Berufsausbildung und Verstärkung ihrer Tätigkeiten.